Endokrinologie

Folgende endokrinologische Erkrankungen betreuen wir:

  • Diabetes mellitus und Komplikationen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Fettstoffwechselerkrankungen
  • Nebenschilddrüsenerkrankungen
  • Hypophysenerkrankungen (Hirnanhangdrüse)
  • Nebennierenerkrankungen
  • Abklärung von hormonellen Ursachen arterieller Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Knochenstoffwechselstörungen (u.a. Osteoporose, Vitamin-D-Mangel)
  • Übergewicht, Adipositas
  • Insulinresistenz, PCO-Syndrom
  • Abklärung allgemeiner Beschwerden wie Gewichtszunahme, oder -abnahme, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Haarausfall, Ausbleiben der Regelblutung, Änderungen der Körperbehaarung, Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen, Schwitzen, Herzrasen oder Hitzewallungen.

Endokrinologie – Hormone und Stoffwechsel

Das Wort Endokrinologie kommt aus dem Altgriechischen („endon“ = innen; „krinein“ = abscheiden, absondern, ausscheiden) und ist die Lehre der Drüsen mit innerer Sekretion (endokrine Drüsen) und von den Hormonen. 

Die Endokrinologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. 

Endokrin heißen Hormondrüsen, die ihr Produkt nach innen, direkt ins Blut abgeben und im Gegensatz zu exokrinen Drüsen (z.B. Speichel- oder Talgdrüsen) keinen Ausführungsgang haben.

Die Endokrinologie beschäftigt sich mit Störungen hormonproduzierender Organe und den Folgen der Hormonwirkungen und des Hormonmangels auf den Stoffwechsel des Menschen.

Zu den hormonproduzierenden Organen zählen die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), die Schilddrüse, die Nebenschilddrüse, die Nebennieren, die Geschlechtsdrüsen (Eierstöcke und Hoden) und die Bauchspeicheldrüse (Pankreas). 

Weitere Organe mit endokriner Funktion sind unter anderem das Fettgewebe, der Knochen, die Niere, der Gastrointestinaltrakt und das Herz. Auch die Blutbildung und das Immunsystem werden hormonell gesteuert.

Es gibt verschiedene Erkrankungen der hormonproduzierenden Drüsen und Stoffwechselstörungen. Derartige Erkrankungen können vielfältige Ursachen haben und gehen oft mit Hormonüberschuss oder Hormonmangel, Neubildungen (Tumoren) oder Autoimmunerkrankungen einher.

Hormonstörungen können manchmal sehr unspezifische Beschwerden auslösen, so dass es oft sehr kompliziert ist, die richtige Diagnose zu stellen. 

Patienten haben dadurch oft einen langen Leidensweg hinter sich, bis die richtige Diagnose und Therapie gefunden ist. 

Typische Beschwerden, die Patienten häufig zum Endokrinologen führen sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gewichtszunahme, oder -abnahme, Ausbleiben der Regelblutung, Änderungen der Körperbehaarung, Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen, Schwitzen, Herzrasen oder Hitzewallungen, um nur einige Symptome zu nennen. 

Hinter diesen Beschwerden kann sich eine Hormonstörung verbergen, es können sich aber auch andere Gesundheitsstörungen, wie z.B. Depressionen, chronische Erkrankungen verschiedenster Ursachen oder entzündliche Erkrankungen verbergen.

Erkrankungen der Schilddrüse

  • Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) mit Knoten (Struma nodosa) und ohne Knoten (Struma diffusa)
  • Unterfunktionen der Schilddrüse (Hypothyreose)
  • Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)
  • Autoimmunerkrankung der Schilddrüse
  • Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto) und assoziierte Erkrankungen
  • Immunthyreopathien (Morbus Basedow) und assoziierte Erkrankungen (z.B. endokrine Orbitopathie)
  • Entzündungen der Schilddrüse (Thyreoiditis)
  • Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsencarcinom)

Die Schilddrüse produziert die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) und Calcitonin, die Funktionen vieler Organe im Körper und den Grundumsatz beeinflussen. 

Erkrankungen der Nebenschilddrüse

  • Überfunktion der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus) 
  • Unterfunktion der Nebenschilddrüse (Hypoparathyreoidismus)
  • Störungen des Calcium-/Phosphatstoffwechsels

Die Nebenschilddrüsen produzieren Parathormon, das mit Vitamin D den Calciumstoffwechsel im Körper reguliert.

Erkrankungen der Nebennieren

  • Unterfunktion der Nebennieren (Nebenniereninsuffizienz), z.B. nach Autoimmunentzündungen (Morbus Addison), nach schweren Unfällen, nach Operationen oder durch Unterfunktion der Hirnanhangdrüse
  • Überfunktion der Nebennierenrinde, beispielsweise durch Tumore, die zur Überproduktion von Aldosteron (Conn-Syndrom) oder Cortisol (Cushing-Syndrom) führen.
  • Überfunktion des Nebennierenmarks durch einen Tumor (Phäochromozytom)
  • hormoninaktiver Tumor der Nebenniere (Inzidentalom)
  • Stoffwechselstörungen der Nebenniere durch Enzymdefekte (adrenogenitales Syndrom)

Die Nebennieren produzieren in der Rinde das Stresshormon Cortisol, das Blutdruck-regulierende Hormon Aldosteron und DHEA. Im Nebennierenmark werden die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin gebildet.

Erkrankungen der Hypophyse (Hirnanhangdrüse)

  • Hypophyseninsuffizienz
  • Tumore der Hypophyse (Hirnanhangdrüse)
  • Morbus Cushing (Hypercortisolismus, Überschuß an Cortisol)
  • Akromegalie (Wachstumshormonüberschuß)
  • Prolaktinom (Prolaktin produzierender Hypophysenumor), Hyperprolaktinämie, Galaktorrhoe
  • Hormoninaktive Hypophysenadenome
  • Mitbetreuung bei Kraniopharyngeomen
  • Diabetes insipidus, Polydipsie

Die Hirnanhangdrüse produziert verschieden Hormone (Steuerungshormone), die die Funktion anderer Hormondrüsen oder Organe regulieren.

Im Hypophysenvorderlappen gebildet werden: 

  • TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon = Schilddrüsen-stimulierendes Hormon)
  • FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon) = gonadotrope Hormone (Geschlechtsdrüsen-stimulierende Hormone)
  • STH (somatotropes Hormon) bzw. GH (growth hormone) = Wachstumshormon
  • ACTH (adrenocorticotrope Hormon = Nebennierenrinden-stimulierendes Hormon)
  • Prolaktin (Milchdrüsen in der Brust-stimulierendes Hormon)

Im Hypophysenhinterlappen gebildet werden:

  • ADH (antidiuretisches Hormon)
  • Oxytocin

Adipositas (krankhaftes Übergewicht)

  • Abklärung einer unklaren Gewichtzunahme
  • Prä-operative Abklärung vor einem Adipositas-chirurgischem Eingriff (Magenbypass, Schlauchmagen)
  • Laboruntersuchungen in der post-operativen Nachsorge nach Adipositas-chirurgischem Eingriff (Magenbypass, Schlauchmagen)
  • Orale Glucose-Toleranztest (OGTT = Zuckerbelastungstest) mit Insulinbestimmung
  • Untersuchungen zum Ausschluss Cortisolüberschuß (Dexametason-Hemmtest)
  • Untersuchungen zum Ausschluss einer Akromegalie (Wachstumshormonüberschuß) 

Erkrankungen der Geschlechtsdrüsen (Eierstöcke/Ovarien, Hoden)

  • Überschuss an Geschlechtshormonen (Hyperandrogenämie, Hirsutismus, Gynäkomastie)
  • Mangel an Geschlechtshormonen (Testosteronmangel, Östrogenmangel, Wechseljahre)

Bei Frauen z.B.

  • Hormonelle Abklärung von Haarausfall (Effluvium) oder vermehrter Körperbehaarung (Hirsutismus)
  • hormonelle Beurteilung der Eierstöcke bei Zyklusstörungen oder Unfruchtbarkeit
  • Polyzystisches Ovarsyndrom (PCO-Syndrom)
  • Beeinflussung der weiblichen (und männlichen) Hormone durch eine Nebennierenerkrankung (adrenogenitales Syndrom)
  • Beeinflussung der weiblichen (und männlichen) Hormone durch eine Chromosomenstörung (Turner Syndrom, 45 X0 Frauen)

Die Eierstöcke (Ovarien) sind für die Produktion der weiblichen Hormone Östradiol und Progesteron und der Eizellen zuständig.

Bei Männern z.B.

  • Hormonalle Abklärung der Gynäkomastie (Brustwachstum beim Mann)
  • Testosteronmangel durch Störung der Hoden oder der Hypophyse
  • Adrenogenitales Syndrom
  • Klinefelter Syndrom (XXY Männer)

Die Hoden sind für die Produktion von Testosteron und der Spermien verantwortlich.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

  • Erkrankungen der Insulinproduktion: Diabetes mellitus
  • Überproduktion von Insulin: Insulinom
  • seltene endokrine Tumore, z.B. Glukagonom
  • Karzinoide und neuroendokrine Tumore

In der Bauchspeicheldrüse werden unter anderem die Hormone Insulin und Glukagon produziert.

Einige Chromosomenerkrankungen, die zu Veränderungen der Hormone führen

  • Turner Syndrom (XO) Frauen
  • Klinefelter Syndrom (XXY) Männer